Was macht eine Amazon PPC Agentur?
Eine Amazon PPC Agentur übernimmt das Management deiner bezahlten Werbekampagnen auf Amazon. Sponsored Products, Sponsored Brands, Sponsored Display und je nach Setup auch Amazon DSP. Das klingt nach einer klar umrissenen Aufgabe, aber die Bandbreite zwischen "wir schalten deine Anzeigen" und "wir managen dein Advertising strategisch" ist enorm.
PPC ist der Bereich, in dem die meisten Amazon Agenturen ihre Kernkompetenz sehen. Das Problem: Weil fast jede Amazon Ads Agentur PPC anbietet, ist der Markt unübersichtlich. Zwischen Freelancern die mit Standardregeln arbeiten und spezialisierten Teams die Kampagnenstrategien auf Basis granularer Datenanalyse entwickeln, liegen Welten. Für dich als Seller bedeutet das: Du musst wissen, was professionelles PPC-Management tatsächlich umfasst, um die richtige Agentur zu finden.
Dieser Post zeigt dir, woran du eine gute Amazon PPC Agentur erkennst, was sie kosten darf, welche Red Flags du beachten musst und wann du PPC besser intern löst.
Gute vs. schlechte PPC Agentur: Die Unterschiede
Die Unterschiede zwischen einer guten und einer schlechten PPC-Agentur sind für Außenstehende nicht sofort erkennbar. Beide liefern Reportings, beide behaupten Ergebnisse. Aber unter der Oberfläche gibt es fundamentale Unterschiede.
Kampagnenstruktur: Eine gute Agentur baut eine saubere, skalierbare Kampagnenstruktur auf, die nach Produktgruppen, Match-Typen und Funnel-Stufen segmentiert ist. Eine schlechte Agentur wirft alles in eine Handvoll Kampagnen und hofft auf den Algorithmus. Der Unterschied zeigt sich spätestens, wenn du skalieren willst: Eine saubere Struktur lässt sich gezielt anpassen, ein Kampagnen-Chaos nicht.
Suchbegriff-Analyse: PPC generiert Daten. Viele Daten. Eine gute Agentur analysiert Suchberichte regelmäßig, identifiziert profitable und unprofitable Suchbegriffe, baut Negative Keywords auf und verschiebt konvertierende Begriffe in exakte Kampagnen. Eine schlechte Agentur schaut sich die Suchberichte bestenfalls monatlich an und reagiert nur auf offensichtliche Ausreißer.
Bid-Management: Gute Agenturen steuern Gebote auf Keyword-Ebene, berücksichtigen Tageszeit, Wochentag und Saisonalität, und nutzen die verschiedenen Bidding-Strategien bewusst. Schlechte Agenturen setzen einen Tages-Budget-Cap und lassen Amazon den Rest machen. Das funktioniert bei kleinen Budgets, aber ab 10.000 Euro Adspend pro Monat verschenkst du damit erhebliches Potenzial.
Strategisches Denken: Eine gute Agentur versteht PPC als Teil einer Gesamtstrategie. Sie weiß, dass Werbekampagnen nicht nur Verkäufe generieren, sondern auch organische Rankings beeinflussen, Markenbekanntheit aufbauen und Wettbewerber verdrängen können. Eine schlechte Agentur optimiert nur auf ACoS und übersieht den strategischen Wert von Advertising.
Kampagnenstruktur, Bid-Management, Suchbegriff-Analyse
Diese drei Bereiche sind der Kern von professionellem PPC-Management. Wenn eine Agentur hier schwach ist, kann sie in keinem anderen Bereich kompensieren.
Kampagnenstruktur im Detail: Professionelle Agenturen arbeiten mit einer mehrschichtigen Struktur. Typischerweise gibt es Research-Kampagnen (Auto und Broad Match), die neue konvertierende Suchbegriffe identifizieren, und Performance-Kampagnen (Exact Match), in denen die bestätigten Gewinner mit optimierten Geboten laufen. Dazu kommen Sponsored Brands für Markensichtbarkeit und Sponsored Display für Retargeting. Jede Kampagne hat einen klaren Zweck, ein definiertes Budget und messbare Ziele.
Bei einem Portfolio mit 50+ Produkten entstehen so schnell hunderte Kampagnen. Das ist gewollt. Granularität ermöglicht Kontrolle. Eine Agentur, die 200 Produkte in 10 Kampagnen packt, kann nicht auf Produkt- oder Keyword-Ebene optimieren. Frag bei der Agenturauswahl konkret nach der Kampagnenstruktur. Wenn die Antwort vage bleibt, ist das ein Warnsignal.
Bid-Management im Detail: Gebote auf Amazon sind dynamisch. Was heute profitabel ist, kann morgen zu teuer sein, weil ein Wettbewerber seine Gebote erhöht hat oder weil sich die Conversion Rate verändert. Gute Agenturen nutzen eine Kombination aus regelbasierten Anpassungen und manuellen Eingriffen. Rein automatisiertes Bid-Management klingt effizient, ignoriert aber Kontextfaktoren wie Launches, Saisonalität oder Lagerbestandsprobleme.
Suchbegriff-Analyse im Detail: Die Suchbegriff-Reports sind die wertvollste Datenquelle im Amazon PPC. Sie zeigen nicht nur, welche Begriffe konvertieren, sondern auch welche Begriffe Budget verbrennen. Eine gute Agentur baut kontinuierlich eine Negative-Keyword-Liste auf, die verhindert, dass dein Budget für irrelevante Suchen ausgegeben wird. Gleichzeitig identifiziert sie neue Chancen-Keywords, die in die SEO-Strategie einfließen können. Dieser Kreislauf zwischen PPC-Daten und SEO-Optimierung ist einer der stärksten Hebel im Amazon-Marketing.
ACoS und TACoS: Wie eine Agentur deinen Erfolg messen sollte
Wenn eine Agentur dir sagt "wir haben deinen ACoS auf 15 Prozent gesenkt", klingt das gut. Aber es ist nur die halbe Wahrheit. Ein niedriger ACoS kann bedeuten, dass die Agentur einfach das Budget gekürzt hat und nur noch auf Marken-Keywords bietet. Der Umsatz sinkt, aber der ACoS sieht hübsch aus. Das ist kein Erfolg, das ist Optimierung auf die falsche Metrik.
Professionelle Agenturen messen Erfolg am TACoS (Total Advertising Cost of Sale). Der TACoS setzt die Werbekosten ins Verhältnis zum Gesamtumsatz, also organisch plus bezahlt. Ein sinkender TACoS bei steigendem Gesamtumsatz bedeutet: Die Werbung treibt organisches Wachstum an und der bezahlte Anteil wird relativ kleiner. Das ist echte Performance.
Dazu kommen weitere Metriken, die eine gute Agentur tracken sollte: Impression Share (wie viel Sichtbarkeit holst du im Vergleich zu dem was möglich wäre), New-to-Brand Metrics (wie viele Neukunden gewinnst du über Werbung), und die Entwicklung der organischen Rankings für beworbene Keywords. Wenn deine Agentur nur ACoS und Umsatz reportet, fehlt der strategische Blick.
Frag bei jedem Reporting-Call: Was passiert mit dem organischen Ranking der Produkte, die wir am stärksten bewerben? Wenn die Agentur diese Frage nicht beantworten kann oder will, ist das ein Zeichen dafür, dass PPC und SEO nicht zusammengedacht werden.
Amazon PPC Agentur Kosten: Was üblich ist
Die Kostenmodelle für PPC-Agenturen sind relativ standardisiert, aber die Spannen sind groß.
Prozentsatz vom Adspend: Das häufigste Modell. Üblich sind 10 bis 20 Prozent des monatlichen Werbebudgets. Bei einem Adspend von 20.000 Euro zahlst du also 2.000 bis 4.000 Euro Agenturgebühr. Der Vorteil: Die Kosten skalieren mit deinem Budget. Der Nachteil: Die Agentur hat einen finanziellen Anreiz, dein Budget hochzuhalten.
Fester Retainer: Einige Agenturen bieten PPC-Management zum Fixpreis an. Typische Spannen liegen zwischen 1.500 und 6.000 Euro pro Monat. Das lohnt sich besonders bei hohem Adspend, weil die prozentuale Variante dann unverhältnismäßig teuer wird. Bei einem Adspend von 50.000 Euro sparst du mit einem Retainer von 5.000 Euro im Vergleich zu 15 Prozent (7.500 Euro) erheblich.
Performance-basiert: Selten, aber es gibt Agenturen, die einen Teil ihrer Vergütung an definierte KPIs knüpfen. Zum Beispiel ein niedrigerer Basis-Retainer plus Bonus bei Erreichen bestimmter ACoS- oder Umsatzziele. Das zeigt Vertrauen in die eigene Leistung, birgt aber die Gefahr dass die Agentur kurzfristig optimiert statt langfristig zu denken.
Unabhängig vom Modell: Achte darauf, was im Preis enthalten ist. Manche Agenturen berechnen das Erstsetup, Kampagnen-Restrukturierung oder die Erstellung von Sponsored Brands Creatives separat. Kläre das vor Vertragsabschluss. Einen detaillierten Überblick über alle Amazon Agentur Kosten findest du in unserem separaten Guide.
Red Flags: Wann du die Agentur wechseln solltest
Nicht jede Agenturzusammenarbeit funktioniert. Diese Warnsignale deuten darauf hin, dass du handeln solltest.
Kein Zugang zu deinen Kampagnen: Wenn die Agentur ihre Kampagnen in einem eigenen Account verwaltet und dir keinen direkten Zugang gibt, ist das ein massives rotes Flag. Du solltest jederzeit sehen können, was in deinen Kampagnen passiert. Agenturen, die das verweigern, schaffen eine künstliche Abhängigkeit.
Generische Reportings ohne Kontext: Ein monatliches Dashboard mit ACoS, Impressions und Klicks ist kein Reporting. Es ist eine Datenabbildung. Echtes Reporting enthält Interpretation: Warum hat sich der ACoS verändert? Welche Maßnahmen wurden ergriffen? Was ist der Plan für den nächsten Monat? Wenn diese Elemente fehlen, nimmt die Agentur dein Projekt nicht ernst.
Keine proaktive Kommunikation: Wenn du immer nachfragen musst, was passiert, stimmt etwas nicht. Eine gute Agentur kommt von sich aus mit Updates, Empfehlungen und Warnungen. Wenn ein Keyword plötzlich deutlich teurer wird oder ein Wettbewerber aggressiv bietet, solltest du das zeitnah erfahren, nicht erst im Monatsreport.
Steigende Kosten ohne steigende Ergebnisse: Wenn dein Adspend wächst, aber Umsatz und Marge nicht mithalten, läuft etwas schief. Entweder die Skalierung ist nicht profitabel und die Agentur ignoriert das, oder die Optimierung greift nicht. In beiden Fällen brauchst du ein offenes Gespräch und im Zweifel einen Plan B.
Die Agentur kennt deine Produkte nicht: PPC ist keine reine Zahlenarbeit. Wer deine Produkte, deine Zielgruppe und deine Wettbewerber nicht versteht, kann keine gute Strategie entwickeln. Wenn die Agentur nach sechs Monaten immer noch nicht weiß, welche Produkte deine Margen-Stars sind, ist die Betreuung zu oberflächlich.
Amazon PPC selbst machen vs. Agentur beauftragen
Die Entscheidung zwischen intern und extern ist keine Glaubensfrage, sondern eine Kosten-Nutzen-Analyse. Beide Wege können funktionieren, aber unter verschiedenen Voraussetzungen.
Intern sinnvoll wenn: Du ein kleines, fokussiertes Sortiment hast (unter 20 Produkte), dein Team Amazon-PPC-Erfahrung mitbringt, du in professionelle Tools investieren kannst und die PPC-Person genug Zeit hat, sich ausschließlich damit zu beschäftigen. Bei diesen Bedingungen ist internes Management oft effizienter, weil du die Produktkenntnisse bereits hast und keine Einarbeitungszeit für eine externe Agentur einplanen musst.
Agentur sinnvoll wenn: Dein Sortiment wächst und die Kampagnenkomplexität steigt, du keine interne PPC-Expertise hast oder aufbauen willst, du auf mehreren Marktplätzen aktiv bist, oder dein internes Team die Kapazität nicht hat. Eine Agentur bringt Erfahrungswerte aus anderen Accounts mit, die intern nicht verfügbar sind. Sie hat die Tools, die Prozesse und die Benchmark-Daten, um schneller zu optimieren.
Der häufigste Fehler: PPC "nebenbei" intern machen. Ein Mitarbeiter, der zwei Stunden pro Woche auf die Kampagnen schaut, kann kein professionelles Management leisten. Entweder du investierst intern richtig oder du lagerst es komplett aus. Der Mittelweg kostet am meisten, weil er weder die Vorteile interner Kontrolle noch die Vorteile externer Expertise voll nutzt.
Wenn du die Agentur-Route wählst, plane eine Übergangsphase von vier bis sechs Wochen ein. Die Agentur braucht Zeit, um dein Sortiment zu verstehen, die bestehenden Kampagnen zu analysieren und eine neue Struktur aufzubauen. Erwarte keine Wunder in den ersten 30 Tagen. Die echten Ergebnisse kommen ab Monat zwei oder drei, wenn die optimierte Struktur greift und genug Daten für fundierte Entscheidungen vorliegen.
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