Amazon Advertising Agentur: Das volle Spektrum

Amazon Advertising Agentur: Was sie von einer PPC Agentur unterscheidet, welche Kanäle dazugehören und wann du eine brauchst.
Levi Jäger
Feb 2026
8 min

Was ist eine Amazon Advertising Agentur?

Eine Amazon Advertising Agentur betreut das gesamte Werbe-Ökosystem rund um Amazon. Das geht deutlich über klassisches PPC-Management hinaus. Während eine reine PPC-Agentur sich auf Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display konzentriert, denkt eine Advertising-Agentur breiter: Amazon DSP, externe Traffic-Quellen die auf Amazon verweisen, Markenkampagnen und die strategische Verzahnung aller Kanäle.

Der Unterschied ist vergleichbar mit dem zwischen einem Social-Media-Manager und einem Marketing-Direktor. Beides hat seine Berechtigung, aber der Scope ist ein anderer. Wenn du als Seller mit über 300.000 Euro Monatsumsatz arbeitest und Amazon als strategischen Kanal betrachtest, brauchst du nicht nur jemanden der Kampagnen schaltet, sondern jemanden der deine Werbestrategie als Ganzes entwickelt und umsetzt.

Dieser Post erklärt, was eine Amazon Marketing Agentur konkret abdeckt, wie sie sich von einer PPC-Agentur unterscheidet und woran du erkennst ob der Anbieter hält was er verspricht.

Amazon Advertising: Mehr als nur PPC

Amazon hat sein Werbe-Ökosystem in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Wer heute nur Sponsored Ads schaltet, nutzt vielleicht 40 Prozent der verfügbaren Möglichkeiten. Das komplette Spektrum umfasst deutlich mehr.

Sponsored Ads (Self-Service): Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display. Das ist die Basis, die jede Agentur beherrschen muss. Diese Formate laufen direkt über die Advertising Console und sind für die meisten Seller der Einstieg in Amazon-Werbung. Ein solides PPC-Management dieser Formate ist Pflicht, aber eben nicht die Kür.

Amazon DSP (Demand-Side Platform): Amazon DSP ermöglicht programmatische Display- und Video-Werbung, die über Amazon hinausgeht. Du erreichst damit Kunden auf externen Websites, in Apps und auf Streaming-Plattformen, basierend auf Amazon-Kaufdaten. DSP erfordert Mindestbudgets und spezialisiertes Know-how. Nicht jede Agentur kann das, und nicht jede die es behauptet macht es gut.

Amazon Attribution und externe Traffic-Quellen: Immer mehr Marken leiten Traffic von Google Ads, Social Media oder Influencer-Kampagnen auf ihre Amazon-Listings. Amazon Attribution ermöglicht das Tracking dieser externen Kampagnen. Eine Advertising-Agentur entwickelt Strategien, die über die Amazon-Plattform hinausgehen und externe Kanäle gezielt einsetzen, um Amazon-Verkäufe zu steigern.

Sponsored Brands Video: Video-Ads sind eines der am schnellsten wachsenden Formate auf Amazon. Sie erzielen höhere Click-Through-Rates als statische Anzeigen und ermöglichen Storytelling direkt in den Suchergebnissen. Eine gute Advertising-Agentur entwickelt nicht nur die Kampagnenstrategie, sondern koordiniert auch die Produktion der Video-Creatives oder übernimmt sie direkt.

Brand Building auf Amazon: Amazon Posts, Brand Story in A+ Content, Brand Store als Landingpage für Werbekampagnen. Diese Elemente sind keine klassischen Ads, aber sie gehören zur Advertising-Strategie, weil sie die Wirkung bezahlter Kampagnen verstärken. Ein optimierter Brand Store, der als Landingpage für Sponsored Brands dient, kann die Conversion Rate der Kampagne signifikant steigern.

Sponsored Ads, DSP, externe Kanäle: Das volle Spektrum

Die eigentliche Kunst liegt nicht darin, alle Kanäle einzeln zu beherrschen, sondern sie als System zu orchestrieren. Jeder Kanal hat eine andere Funktion im Marketing-Funnel, und eine gute Advertising-Agentur setzt sie entsprechend ein.

Top of Funnel (Awareness): DSP Display und Video Ads, Sponsored Brands Video, externe Kanäle. Hier geht es um Reichweite und Markenbekanntheit. Der ROAS ist typischerweise niedrig, aber die Investition zahlt sich über steigende Markensuchen und höhere Conversion Rates bei den Performance-Kampagnen aus.

Mid Funnel (Consideration): Sponsored Brands, Sponsored Display (Audience Targeting), DSP Retargeting. Kunden, die dein Produkt oder deine Kategorie bereits kennen, werden gezielt angesprochen. Hier liegt der Sweet Spot für viele Marken, weil die Kosten pro Akquisition niedriger sind als bei reiner Awareness und die Reichweite größer als bei reinem Performance-Marketing.

Bottom of Funnel (Conversion): Sponsored Products (Exact Match auf konvertierende Keywords), Sponsored Display (Product Targeting), Brand Store als Conversion-Hub. Hier werden die Verkäufe generiert. Die meisten Seller starten und bleiben hier, aber ohne die oberen Funnel-Stufen begrenzt sich das Wachstum irgendwann selbst.

Eine Advertising-Agentur versteht diesen Funnel und allokiert Budgets entsprechend. Typischerweise fließen 60 bis 70 Prozent des Budgets in Bottom-of-Funnel, 20 bis 30 Prozent in Mid-Funnel und 10 bis 15 Prozent in Top-of-Funnel. Die exakte Verteilung hängt von deiner Marke, deinem Markt und deiner Wachstumsphase ab.

PPC Agentur vs. Advertising Agentur: Der Unterschied

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, aber es gibt einen realen Unterschied in Scope und Kompetenz.

Eine Amazon PPC Agentur fokussiert sich auf die Self-Service Werbeformate: Sponsored Products, Sponsored Brands, Sponsored Display. Sie optimiert Kampagnenstruktur, Gebote und Suchbegriffe innerhalb der Advertising Console. Das ist ein klar abgegrenzter und wichtiger Bereich.

Eine Advertising-Agentur macht all das auch, geht aber darüber hinaus. Sie integriert DSP, plant externe Traffic-Strategien, entwickelt Video-Creatives, und denkt Werbung als Teil einer Markenstrategie. Der Unterschied zeigt sich besonders bei drei Szenarien.

Szenario 1: Du willst skalieren über das Suchvolumen hinaus. Sponsored Products sind suchbasiert. Wenn du alle relevanten Keywords abdeckst und dein Impression Share bei 80+ Prozent liegt, gibt es kaum noch Raum nach oben. Eine Advertising-Agentur findet zusätzliche Reichweite über DSP, Video und externe Kanäle.

Szenario 2: Du launchst in einer neuen Kategorie. Wenn niemand nach deinem Produkt sucht, funktionieren Suchkampagnen schlecht. Hier brauchst du Awareness-Formate, die Nachfrage erzeugen statt nur bestehende Nachfrage abzufangen. Das ist Advertising-Strategie, nicht PPC-Optimierung.

Szenario 3: Du baust eine Marke auf, nicht nur einen Produktkatalog. Brand Building auf Amazon erfordert konsistente Botschaften über alle Touchpoints. Sponsored Brands, Brand Store, A+ Content, DSP Kampagnen und externe Kanäle müssen eine kohärente Geschichte erzählen. Das koordiniert eine Advertising-Agentur, nicht eine PPC-Agentur.

Heißt das, dass eine PPC-Agentur schlecht ist? Nein. Wenn du primär Sponsored Ads brauchst und DSP, Video und externe Kanäle für dich noch nicht relevant sind, ist eine spezialisierte PPC-Agentur möglicherweise sogar die bessere Wahl, weil sie tiefer in ihrem Kernbereich arbeitet. Die Entscheidung hängt davon ab, was du brauchst, nicht was am beeindruckendsten klingt.

Woran du eine gute Amazon Advertising Agentur erkennst

Der Markt für Amazon-Werbung wächst, und mit ihm die Zahl der Anbieter. Diese Kriterien helfen dir bei der Auswahl.

Breites Format-Know-how: Die Agentur sollte nachweislich mit allen relevanten Formaten gearbeitet haben. Frag nach Case Studies zu Sponsored Ads, DSP und wenn relevant auch zu externem Traffic. Wenn die Agentur nur Sponsored Products kann und den Rest als "coming soon" verkauft, ist sie eine PPC-Agentur mit Ambitionen, keine Advertising-Agentur.

Strategische Budgetallokation: Kann die Agentur erklären, warum welcher Anteil des Budgets in welchen Kanal fließt? Gibt es eine Funnel-Logik hinter der Verteilung? Oder wird einfach alles in Sponsored Products gesteckt, weil das den offensichtlichsten ROAS liefert? Letzteres ist kurzfristiges Denken.

Creative-Kompetenz: Advertising wird zunehmend visuell. Video Ads, Sponsored Brands Creatives, Brand Store Design. Eine Agentur, die nur Kampagnen steuert aber keine Creatives entwickeln kann, ist auf externe Zulieferer angewiesen. Das funktioniert, verlängert aber Feedbackschleifen und erhöht die Kosten.

Reporting über den ACoS hinaus: Eine gute Advertising-Agentur reportet TACoS, New-to-Brand Metrics, Impression Share, organische Ranking-Entwicklung und die Performance einzelner Funnel-Stufen. Wenn das Reporting nur aus ACoS und Umsatz besteht, fehlt der strategische Blick.

DSP-Zugang und Erfahrung: DSP ist nicht über die normale Advertising Console zugänglich. Du brauchst entweder einen direkten Amazon-Kontakt oder eine Agentur mit DSP-Zugang. Frag konkret, ob die Agentur einen eigenen DSP-Seat hat oder über einen Drittanbieter zugreift. Eigener Seat bedeutet direktere Kontrolle und in der Regel bessere Konditionen.

Amazon Marketing Agentur beauftragen: Worauf es ankommt

Wenn du dich für eine Advertising-Agentur entscheidest, gibt es einige praktische Punkte, die den Erfolg der Zusammenarbeit maßgeblich beeinflussen.

Definiere deine Ziele klar: "Mehr Umsatz" ist kein Ziel. "Umsatzsteigerung von 20 Prozent bei gleichbleibendem TACoS innerhalb von 6 Monaten" ist eines. Je konkreter deine Ziele, desto besser kann die Agentur ihre Strategie darauf ausrichten und desto eindeutiger ist die Erfolgsmessung.

Starte mit einem Audit: Bevor die Agentur neue Kampagnen aufsetzt, sollte sie deine bestehende Werbestruktur analysieren. Was läuft gut? Wo wird Budget verschwendet? Welche Formate fehlen? Ein guter Audit dauert ein bis zwei Wochen und gibt dir bereits Einblicke in die Arbeitsweise der Agentur.

Plane den Ramp-up realistisch: Eine Advertising-Strategie braucht Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. DSP-Kampagnen brauchen Lernphasen, Funnel-Strategien bauen aufeinander auf, und saisonale Effekte müssen berücksichtigt werden. Erwarte keine Transformation in 30 Tagen. Ein realistischer Zeitrahmen für erste belastbare Ergebnisse sind drei bis sechs Monate.

Behalte die Übersicht: Je mehr Kanäle im Spiel sind, desto wichtiger wird ein zentrales Reporting. Fordere eine konsolidierte Übersicht, die alle Werbekanäle zusammenfasst und die Wechselwirkungen sichtbar macht. Wenn DSP den organischen Traffic steigert, muss das im Gesamtbild sichtbar sein, nicht nur im DSP-Report.

Die richtige Agentur für deine Unternehmensgröße

Nicht jede Advertising-Agentur passt zu jedem Seller. Die richtige Wahl hängt auch von deiner Unternehmensgröße und deinem Reifegrad auf Amazon ab.

Seller mit 100.000 bis 300.000 Euro Monatsumsatz: Du brauchst vermutlich noch keine Full-Scale-Advertising-Agentur. Fokussiere dich auf solides PPC-Management und nutze Sponsored Ads maximal aus. DSP und externe Kanäle kommen später. Eine gute PPC-Agentur oder ein spezialisierter Freelancer reicht in dieser Phase.

Seller mit 300.000 bis 1.000.000 Euro Monatsumsatz: Hier wird Advertising strategisch relevant. Du hast genug Budget für DSP-Tests, Sponsored Brands Video lohnt sich, und die Frage nach externem Traffic wird akut. Eine Advertising-Agentur, die alle Formate beherrscht, bringt in dieser Phase den größten Mehrwert.

Seller mit über 1.000.000 Euro Monatsumsatz: Du brauchst eine Agentur die auf Enterprise-Level arbeitet. Komplexe DSP-Setups, Multi-Marketplace-Strategien, enge Abstimmung mit deinem internen Marketing-Team, und die Fähigkeit Amazon-Advertising in deine gesamte Marketing-Strategie zu integrieren. Hier zählt nicht nur Amazon-Know-how, sondern auch Verständnis für Cross-Channel-Marketing.

Unabhängig von der Größe gilt: Eine Full Service Amazon Agentur, die Advertising, SEO und Design integriert, hat gegenüber einer reinen Advertising-Agentur einen strukturellen Vorteil. Die Rückkopplung zwischen Werbedaten, Listing-Optimierung und Visual Content ist der Hebel, der einzelne Agenturleistungen multipliziert. Wenn du die Wahl hast, bevorzuge den integrierten Ansatz.

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Levi Jäger
Co-Founder & Head of Performance