Amazon Brand Store: Aufbau, Design, Best Practices

Wie du einen Amazon Brand Store erstellst, gestaltest und als Conversion-Tool nutzt, nicht nur als Markenseite.
Levi Jäger
Mar 2026
7 min

Was ist ein Amazon Brand Store (Storefront)?

Ein Amazon Brand Store ist deine eigene Markenseite auf Amazon. Eine mehrseitige, individuell gestaltbare Landing Page, auf der du dein gesamtes Sortiment präsentierst, deine Markengeschichte erzählst und Kunden durch dein Produktportfolio führst.

Anders als Produktdetailseiten, die Amazon standardisiert, gehört der Brand Store dir. Du kontrollierst das Layout, die Bilder, die Navigation und die Inhalte. Und das Wichtigste: Auf deinem Brand Store erscheint keine Werbung von Wettbewerbern. Es ist der einzige Ort auf Amazon, an dem du Kunden ohne Ablenkung durch Konkurrenzprodukte ansprechen kannst.

Als Amazon Agentur sehen wir zwei Extreme: Seller, die keinen Brand Store haben und eine kostenlose Conversion-Chance verschenken. Und Seller, die einen Store haben, der wie eine Imagebroschüre aussieht, statt Verkäufe zu treiben. Beides ist vermeidbar.

Voraussetzungen und Zugang

Um einen Amazon Brand Store zu erstellen, brauchst du eine aktive Amazon Brand Registry. Ohne registrierte Marke kein Zugang zum Store Builder.

Der Store ist kostenlos. Amazon berechnet keine Gebühren für Erstellung oder Hosting. Die einzigen Kosten sind deine Zeit (oder die deiner Agentur) für Design und Pflege.

Nach der Erstellung wird dein Store unter amazon.de/deinmarkenname erreichbar sein. Du kannst diese URL in externen Marketingkanälen verwenden und so Traffic direkt auf deine Markenseite leiten, statt auf einzelne Produktlistings.

Seitenstruktur: Wie du deinen Store aufbaust

Ein effektiver Brand Store ist kein einzelnes Schaufenster. Er ist ein strukturiertes Einkaufserlebnis mit klarer Navigation.

Homepage: Deine Landing Page. Sie muss in wenigen Sekunden kommunizieren, was deine Marke bietet und den Besucher in die richtige Kategorie leiten. Keine Überladung mit Produkten, stattdessen klare Einstiegspunkte.

Kategorieseiten: Für jede Produktkategorie eine eigene Unterseite. Wenn du Sportnahrung verkaufst, könnten die Kategorien "Proteinpulver", "Riegel", "Aminosäuren" und "Bundles" sein. Jede Kategorie erhält ein eigenes Seitenlayout mit den relevanten Produkten.

Themen- oder Anlassseiten: Optional, aber wirkungsvoll. "Geschenkideen", "Neuheiten", "Bestseller" oder saisonale Seiten ("Sommerkollektion") geben Besuchern Orientierung und eignen sich hervorragend als Landing Pages für Sponsored Brands Kampagnen.

Markengeschichte: Eine "About" Seite, die deine Marke positioniert. Nicht als Selbstbeweihрäucherung, sondern als Differenzierungsmerkmal: Was macht dich anders? Warum sollte der Kunde bei dir kaufen?

Faustregel: Plane mindestens 3-5 Seiten. Eine Homepage und ein paar Unterseiten. Stores mit mehr Seiten haben laut Amazon-Daten im Durchschnitt höhere Verweilzeiten und mehr Verkäufe pro Besuch.

Design-Prinzipien für einen Store, der verkauft

Amazon bietet einen Drag-and-Drop Store Builder mit vorgefertigten Widgets. Die Design-Möglichkeiten sind begrenzt (kein Custom CSS, keine Freitextformatierung), aber innerhalb dieser Grenzen kannst du viel richtig oder falsch machen.

Mobile First: Über 60% des Amazon-Traffics kommt von Mobilgeräten. Dein Store muss auf dem Smartphone genauso gut funktionieren wie auf dem Desktop. Das bedeutet: große, klickbare Flächen, lesbare Texte ohne Zoomen, vertikale Layouts statt horizontaler Überladung.

Bilder über Text: Der Brand Store ist ein visuelles Medium. Nutze hochwertige Lifestyle- und Produktbilder, die Emotionen wecken und Anwendungsszenarien zeigen. Textblöcke sollten kurz und scanbar sein, denn niemand liest Fließtext in einem Online-Store.

Klare visuelle Hierarchie: Der Blick des Besuchers muss geführt werden. Oben die Markenbotschaft und Navigation. Darunter die Produktkategorien oder Highlights. Am Ende Cross-Selling oder ein Verweis auf Neuheiten. Jede Seite braucht ein klares Ziel: Klick auf ein Produkt oder Navigation zu einer Unterseite.

Konsistentes Branding: Farben, Schriften (soweit möglich) und Bildsprache sollten durchgehend konsistent sein. Der Brand Store ist die Verlängerung deiner Markenidentität auf Amazon. Wenn dein Store visuell nicht zu deinem A+ Content und deinen Produktbildern passt, wirkt das unprofessionell.

Produktkacheln strategisch einsetzen: Die Product Grid und Product Tile Widgets sind die direkten Conversion-Elemente deines Stores. Platziere deine Bestseller und margenstark Produkte prominent. Nutze die "Shoppable Image" Widgets, um Produkte im Kontext zu zeigen (z.B. ein Bild eines gedeckten Tischs, bei dem jedes Produkt klickbar ist).

Content-Typen im Brand Store

Der Store Builder bietet verschiedene Widget-Typen, die du strategisch kombinieren solltest:

Hero-Banner: Großflächige Bilder mit oder ohne Text-Overlay. Ideal für die Homepage und als Einstieg auf Kategorieseiten. Nutze sie, um Stimmung zu setzen und die Markenbotschaft zu kommunizieren.

Product Grid: Zeigt mehrere Produkte mit Bild, Titel, Preis und Bewertung. Das direkteste Verkaufselement. Kunden können direkt aus dem Grid in den Warenkorb legen.

Shoppable Images: Bilder mit klickbaren Hotspots auf Produkten. Perfekt für Lifestyle-Szenen, in denen mehrere Produkte im Einsatz gezeigt werden.

Video: Produktvideos oder Markenfilme, die autoplay im Store laufen. Video erhöht die Verweildauer und kann komplexe Produkte besser erklären als statische Bilder.

Text mit Bild: Für Markengeschichte, USPs oder Erklärungen. Sparsam einsetzen, nur wo Text echten Mehrwert bietet.

Traffic auf deinen Brand Store leiten

Ein schöner Store ohne Traffic ist wertlos. Es gibt drei Hauptquellen für Store-Besucher:

Sponsored Brands: Das wichtigste Traffic-Instrument für deinen Store. Sponsored Brands Kampagnen können direkt auf deinen Brand Store oder einzelne Store-Seiten verlinken. Das "Store Spotlight" Format zeigt sogar deine Store-Kategorien direkt in der Anzeige. In unserer Erfahrung mit PPC-Optimierung sind Sponsored Brands zu Store-Seiten oft effizienter als Links zu Produktlisten, weil der Store ein kontrolliertes Einkaufserlebnis bietet.

Organischer Traffic: Kunden, die auf deinen Markennamen in den Suchergebnissen klicken, sehen einen Link zu deinem Brand Store. Auch auf deinen Produktdetailseiten erscheint ein Link zum Store ("Visit the [Markenname] Store"). Je stärker deine Marke, desto mehr organischer Traffic.

Externer Traffic: Du kannst deine Store-URL in Social Media, E-Mail-Kampagnen, Influencer-Kooperationen und auf deiner Website verwenden. Amazon belohnt externen Traffic mit dem "Brand Referral Bonus" (durchschnittlich 10% Erstattung auf Verkäufe, die über externe Links kommen).

Store Insights: Messen und Optimieren

Amazon bietet Store Insights, ein Analyse-Dashboard für deinen Brand Store. Die wichtigsten Metriken:

Besucher und Seitenaufrufe: Wie viele Besucher kommen auf deinen Store und welche Seiten sehen sie sich an? Seiten mit wenig Traffic brauchen entweder bessere interne Verlinkung oder sind für Besucher nicht relevant.

Verweildauer: Wie lange bleiben Besucher auf deinem Store? Längere Verweildauer korreliert mit höherer Kaufwahrscheinlichkeit. Wenn Besucher schnell abspringen, stimmt entweder der Content nicht oder die Navigation ist unklar.

Verkäufe und Umsatz: Der Store zeigt dir, welche Produkte über den Store verkauft wurden und wie viel Umsatz generiert wurde. Vergleiche Store-Verkäufe mit dem gesamten Markenumsatz, um den Beitrag des Stores zu bewerten.

Traffic-Quellen: Woher kommen deine Store-Besucher? Sponsored Brands, organische Suche, direkte URL-Aufrufe? Diese Daten helfen dir, dein Traffic-Budget optimal zu verteilen.

Häufige Fehler beim Brand Store

Keine regelmäßige Aktualisierung: Ein Brand Store ist kein einmaliges Projekt. Neue Produkte, saisonale Anpassungen, geänderte Bestseller, das alles muss regelmäßig eingepflegt werden. Ein Store, der seit einem Jahr nicht aktualisiert wurde, schadet mehr als er nützt.

Zu viel Text, zu wenig Produkt: Besucher kommen in deinen Store, um Produkte zu entdecken und zu kaufen, nicht um deine Unternehmensgeschichte zu lesen. Die Markengeschichte hat ihren Platz (auf einer eigenen Unterseite), aber die Hauptseiten müssen produkt- und conversion-orientiert sein.

Keine Mobile-Optimierung: Auch wenn der Store Builder responsive ist, sehen manche Layouts auf dem Smartphone schlecht aus. Teste deinen Store immer auf Mobilgeräten, besonders nach Änderungen.

Fehlende Verlinkung mit Ads: Wenn du Sponsored Brands auf deinen Store verlinkst, muss der Store die Erwartung der Anzeige erfüllen. Wenn die Anzeige "Proteinpulver" bewirbt, aber der Link auf die Store-Homepage führt, wo Proteinpulver nicht sofort sichtbar ist, verlierst du Conversions. Verlinke auf die passende Kategorieseite.

Ignorieren der Store Insights: Viele Seller erstellen einen Store und schauen nie wieder in die Daten. Store Insights zeigen dir, was funktioniert und was nicht. Nutze die Daten, um Layout, Produktplatzierung und Navigation kontinuierlich zu verbessern.

Brand Store als Landing Page für Sponsored Brands

Einer der wertvollsten Use Cases für den Brand Store: als Landing Page für Sponsored Brands Kampagnen. Statt Kunden auf eine Produktliste zu schicken (die sie auch über die normale Suche finden würden), führst du sie in ein kontrolliertes Markenerlebnis.

Der Vorteil: keine Wettbewerber-Anzeigen, kuratierte Produktauswahl, Marken-Storytelling und höhere Warenkorbwerte durch Cross-Selling-Möglichkeiten.

Erstelle für wichtige Kampagnen eigene Store-Seiten. Eine Seite für "Bestseller", eine für "Neuheiten", eine für jede Hauptkategorie. So kannst du jede Sponsored Brands Kampagne auf die perfekt passende Landing Page verlinken.

Wichtig: Die Store-Seite muss das Produktversprechen der Anzeige sofort einlösen. Wenn die Anzeige ein bestimmtes Produkt zeigt und das auf der Store-Landing-Page nicht prominent sichtbar ist, verlierst du den Kunden. Die Anzeige muss zum Store-Erlebnis passen. Konsistenz zwischen Ad-Kreativ und Landing Page ist entscheidend.

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Levi Jäger
Co-Founder & Head of Performance