Amazon Bid-Strategie: Manuell, dynamisch oder regelbasiert?

Wann manuelles Bidding, dynamische Gebotsanpassung oder regelbasierte Automatisierung die bessere Amazon Bid-Strategie ist.
Levi Jäger
05/2026
4 min

Die Wahl der Bid-Strategie ist eine der folgenreichsten Entscheidungen in der Amazon PPC-Optimierung. Eine falsch kalibrierte Bid-Strategie kann effiziente Kampagnen in verschwenderische verwandeln oder wachstumsstarke Kampagnen künstlich bremsen. Für Marken, die mit einer leistungsorientierten Amazon Agentur arbeiten, ist die Bid-Strategie-Entscheidung kein einmaliges Setup, sondern ein laufend überprüfter Teil der Kampagnenarchitektur.

Die drei Bid-Strategien im Überblick

Amazon Sponsored Products bieten drei Bid-Strategien: dynamische Gebote nach oben und unten, dynamische Gebote nur nach unten und feste Gebote. Jede funktioniert nach unterschiedlicher Logik.

  • Dynamische Gebote nach oben und unten: Amazon erhöht Gebote um bis zu 100% bei Auktionen mit hoher Kaufwahrscheinlichkeit und senkt sie bei geringer Kaufwahrscheinlichkeit. Das höchste Upside-Potenzial, aber auch das höchste Risiko für ACOS-Ausschläge.
  • Dynamische Gebote nur nach unten: Amazon senkt Gebote bei geringer Kaufwahrscheinlichkeit, erhöht sie aber nie. Konservativere Option, die Effizienz schützt, aber potenzielle Top-of-Search-Impressions verpasst.
  • Feste Gebote: Amazon verwendet exakt das eingestellte Gebot ohne Anpassungen. Maximale Kontrolle, aber keine algorithmische Hilfe bei der Kaufwahrscheinlichkeits-Einschätzung.

Wann welche Strategie einsetzen

  • Neue Kampagnen und ASINs ohne History: Mit dynamischen Geboten nur nach unten starten. Das Risiko ist begrenzt während der Lernphase.
  • Etablierte Kampagnen mit starker Conversion History: Dynamische Gebote nach oben und unten testen. Der Algorithmus hat genügend Daten um Kaufwahrscheinlichkeiten vernünftig einzuschätzen.
  • Branded Keywords: Feste Gebote — die Conversion Rate ist bekannt und stabil, algorithmische Anpassungen bringen keinen Mehrwert.
  • Defensive Kampagnen in gesunden Accounts: Dynamische Gebote nur nach unten als Effizienz-Schutz.

Regelbasierte Automatisierung

Außerhalb von Amazons nativen Strategien existieren regelbasierte Automatisierungstools — entweder über die Amazon Advertising API oder Drittanbieter-Plattformen. Diese Tools setzen automatisch Gebotsanpassungen basierend auf definierten Regeln durch: wenn ACOS über X%, Gebot um Y% senken; wenn ACOS unter X% und Impressions hoch, Gebot erhöhen.

Regelbasierte Automatisierung funktioniert gut für: große Kampagnenportfolios, bei denen manuelles Bidding zeitlich nicht skalierbar ist; Kampagnen mit stabilen, vorhersehbaren Conversion-Mustern; und als Sicherheitsnetz gegen ACOS-Ausschläge in volatilen Kategorien.

Placement-Bid-Anpassungen

Zusätzlich zur Basis-Bid-Strategie erlaubt Amazon Placement-Modifikatoren: separate Gebotsanpassungen für Top-of-Search und Product Pages. Diese Modifikatoren multiplizieren das Basisgebot für den jeweiligen Placement-Typ. Ein ASIN mit überdurchschnittlicher Top-of-Search Conversion Rate rechtfertigt einen positiven Top-of-Search-Modifikator. Ein ASIN mit schwacher Product-Page-Performance sollte einen negativen Product-Page-Modifikator erhalten.

Häufige Fehler

  • Dynamische Gebote nach oben und unten für alle Kampagnen ohne Differenzierung aktivieren
  • Bid-Strategie ändern ohne ausreichend Daten für die Bewertung zu warten
  • Placement-Modifikatoren ignorieren und ausschließlich auf Basis-Bids optimieren
  • Regelbasierte Automatisierung einrichten und danach nicht auf Regelkonflikte prüfen

Wie Bid-Strategie in das vollständige PPC-Framework einbettet, zeigt unser Guide zur Amazon Advertising Strategie. Den Zusammenhang zwischen Bidding und messbarem ROI zeigt unser Beitrag zu Amazon PPC ROI.

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Levi Jäger
Co-Founder & Head of Performance