Die Wahl der Bid-Strategie ist eine der folgenreichsten Entscheidungen in der Amazon PPC-Optimierung. Eine falsch kalibrierte Bid-Strategie kann effiziente Kampagnen in verschwenderische verwandeln oder wachstumsstarke Kampagnen künstlich bremsen. Für Marken, die mit einer leistungsorientierten Amazon Agentur arbeiten, ist die Bid-Strategie-Entscheidung kein einmaliges Setup, sondern ein laufend überprüfter Teil der Kampagnenarchitektur.
Die drei Bid-Strategien im Überblick
Amazon Sponsored Products bieten drei Bid-Strategien: dynamische Gebote nach oben und unten, dynamische Gebote nur nach unten und feste Gebote. Jede funktioniert nach unterschiedlicher Logik.
- Dynamische Gebote nach oben und unten: Amazon erhöht Gebote um bis zu 100% bei Auktionen mit hoher Kaufwahrscheinlichkeit und senkt sie bei geringer Kaufwahrscheinlichkeit. Das höchste Upside-Potenzial, aber auch das höchste Risiko für ACOS-Ausschläge.
- Dynamische Gebote nur nach unten: Amazon senkt Gebote bei geringer Kaufwahrscheinlichkeit, erhöht sie aber nie. Konservativere Option, die Effizienz schützt, aber potenzielle Top-of-Search-Impressions verpasst.
- Feste Gebote: Amazon verwendet exakt das eingestellte Gebot ohne Anpassungen. Maximale Kontrolle, aber keine algorithmische Hilfe bei der Kaufwahrscheinlichkeits-Einschätzung.
Wann welche Strategie einsetzen
- Neue Kampagnen und ASINs ohne History: Mit dynamischen Geboten nur nach unten starten. Das Risiko ist begrenzt während der Lernphase.
- Etablierte Kampagnen mit starker Conversion History: Dynamische Gebote nach oben und unten testen. Der Algorithmus hat genügend Daten um Kaufwahrscheinlichkeiten vernünftig einzuschätzen.
- Branded Keywords: Feste Gebote — die Conversion Rate ist bekannt und stabil, algorithmische Anpassungen bringen keinen Mehrwert.
- Defensive Kampagnen in gesunden Accounts: Dynamische Gebote nur nach unten als Effizienz-Schutz.
Regelbasierte Automatisierung
Außerhalb von Amazons nativen Strategien existieren regelbasierte Automatisierungstools — entweder über die Amazon Advertising API oder Drittanbieter-Plattformen. Diese Tools setzen automatisch Gebotsanpassungen basierend auf definierten Regeln durch: wenn ACOS über X%, Gebot um Y% senken; wenn ACOS unter X% und Impressions hoch, Gebot erhöhen.
Regelbasierte Automatisierung funktioniert gut für: große Kampagnenportfolios, bei denen manuelles Bidding zeitlich nicht skalierbar ist; Kampagnen mit stabilen, vorhersehbaren Conversion-Mustern; und als Sicherheitsnetz gegen ACOS-Ausschläge in volatilen Kategorien.
Placement-Bid-Anpassungen
Zusätzlich zur Basis-Bid-Strategie erlaubt Amazon Placement-Modifikatoren: separate Gebotsanpassungen für Top-of-Search und Product Pages. Diese Modifikatoren multiplizieren das Basisgebot für den jeweiligen Placement-Typ. Ein ASIN mit überdurchschnittlicher Top-of-Search Conversion Rate rechtfertigt einen positiven Top-of-Search-Modifikator. Ein ASIN mit schwacher Product-Page-Performance sollte einen negativen Product-Page-Modifikator erhalten.
Häufige Fehler
- Dynamische Gebote nach oben und unten für alle Kampagnen ohne Differenzierung aktivieren
- Bid-Strategie ändern ohne ausreichend Daten für die Bewertung zu warten
- Placement-Modifikatoren ignorieren und ausschließlich auf Basis-Bids optimieren
- Regelbasierte Automatisierung einrichten und danach nicht auf Regelkonflikte prüfen
Wie Bid-Strategie in das vollständige PPC-Framework einbettet, zeigt unser Guide zur Amazon Advertising Strategie. Den Zusammenhang zwischen Bidding und messbarem ROI zeigt unser Beitrag zu Amazon PPC ROI.
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