Amazon Keyword Recherche: Der komplette Workflow

Amazon Keyword Recherche Schritt für Schritt: Die besten Quellen, Tools im Vergleich, Bewertung und strategische Platzierung.
Levi Jäger
03/2026
8 min

Warum Amazon Keyword Recherche anders funktioniert als bei Google

Keyword Recherche für Amazon ist nicht dasselbe wie Keyword Recherche für Google. Auf Google suchen Menschen nach Informationen, Antworten und Unterhaltung. Auf Amazon suchen sie nach Produkten mit Kaufabsicht. Dieser Unterschied verändert alles: welche Keywords relevant sind, wie du sie bewertest und wo du sie platzierst.

Ein Keyword wie "küchenwage test" hat auf Google hohes Suchvolumen, weil Menschen einen Vergleichstest lesen wollen. Auf Amazon sucht niemand nach "küchenwaage test". Dort suchen Kunden nach "küchenwaage digital grammgenau" oder "küchenwaage edelstahl", weil sie kaufen wollen, nicht lesen. Wer Google-Keywords auf Amazon anwendet, optimiert an der Suchintention vorbei.

Als Amazon SEO Agentur beginnt jede Listing-Optimierung bei uns mit der Keyword Recherche. Nicht als einmaliger Schritt, sondern als fortlaufender Prozess. Denn Keywords verändern sich: neue Suchtrends, saisonale Verschiebungen, neue Wettbewerber. Was letztes Jahr funktioniert hat, kann heute irrelevant sein.

Der Amazon SEO Guide erklärt, wie der Algorithmus funktioniert und warum Keywords so wichtig sind. Dieser Post zeigt den konkreten Workflow: Wie du die richtigen Keywords findest, bewertest und einsetzt.

Die besten Quellen für Amazon Keywords

Gute Keyword Recherche beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit den richtigen Quellen. Jede Quelle liefert einen anderen Blickwinkel auf das, was Kunden tatsächlich suchen.

Amazon Autocomplete: Tipp einen Suchbegriff in die Amazon-Suchleiste und schau, was Amazon vorschlägt. Diese Vorschläge basieren auf echten Suchanfragen und sind der direkteste Einblick in das Suchverhalten deiner Zielgruppe. Systematisch abarbeiten: Hauptkeyword + jeden Buchstaben des Alphabets ("küchenwaage a", "küchenwaage b", ...) liefert dutzende Long-Tail-Varianten.

Amazon Brand Analytics: Für Seller mit Brand Registry ist Brand Analytics eine Goldmine. Du siehst die tatsächlichen Top-Suchbegriffe auf Amazon, inklusive Klick- und Conversion-Anteile pro ASIN. Das sind keine Schätzungen wie bei externen Tools, sondern echte Amazon-Daten. Der Nachteil: Du siehst nur relative Anteile, keine absoluten Suchvolumina.

Wettbewerber-Listings: Schau dir die Listings deiner erfolgreichsten Konkurrenten an. Welche Keywords verwenden sie im Titel? In den Bullet Points? Das ist kein Kopieren, sondern Marktforschung. Besonders die Titel der Top-3-Ergebnisse für dein Hauptkeyword verraten, welche Begriffe Amazon als relevant einstuft.

PPC-Berichte: Wenn du bereits PPC-Kampagnen läufst, sind deine Suchbegriffsberichte die wertvollste Keyword-Quelle überhaupt. Du siehst exakt, welche Suchbegriffe Klicks und Conversions generiert haben. Nicht Theorie, sondern bewiesene Performance.

Kundenbewertungen und Q&A: Lies die Bewertungen deiner Produkte und die deiner Konkurrenten. Kunden verwenden ihre eigene Sprache. Die Begriffe, die sie benutzen, sind oft genau die Suchbegriffe, die sie in die Amazon-Suche eingeben. Besonders wertvoll für Long-Tail-Keywords, die kein Tool findet.

Amazon Autocomplete und Brand Analytics nutzen

Autocomplete-Workflow: Starte mit deinem Hauptkeyword und dokumentiere alle Vorschläge. Dann erweitere systematisch: Hauptkeyword + a, b, c, ... Dann: Hauptkeyword + Eigenschaft ("küchenwaage digital", "küchenwaage analog", "küchenwaage mit schüssel"). Das ergibt schnell 50 bis 100 Keyword-Varianten. Sortiere nach Relevanz für dein Produkt und gruppiere nach Suchintention.

Brand Analytics Workflow: Gehe in Seller Central zu Brand Analytics > Suchbegriffsanalyse. Filtere nach deiner Kategorie und deinem Zeitraum (letzte 30 Tage oder Quartal). Suche nach deinen Hauptkeywords und analysiere: Welche verwandten Begriffe tauchen auf? Welche ASINs dominieren die Klick-Anteile? Wenn ein Konkurrent für ein Keyword konstant die höchsten Klick-Anteile hat, schau dir an, was sein Listing anders macht.

Kombination: Die stärkste Methode ist, Autocomplete-Ideen mit Brand-Analytics-Daten zu validieren. Autocomplete zeigt dir Breite (was wird gesucht), Brand Analytics zeigt dir Tiefe (was konvertiert). Zusammen geben sie ein vollständiges Bild.

Keyword-Tools im Vergleich: Helium 10, Jungle Scout, Ahrefs

Tools sind Beschleuniger, kein Ersatz für die manuellen Quellen. Jedes Tool hat Stärken und Schwächen.

Helium 10 (Magnet + Cerebro): Das meistgenutzte Amazon-Keyword-Tool. Magnet liefert Keyword-Ideen basierend auf einem Seed-Keyword. Cerebro analysiert, für welche Keywords eine bestimmte ASIN rankt (Reverse-ASIN-Lookup). Besonders Cerebro ist mächtig: Du gibst die ASIN deines erfolgreichsten Konkurrenten ein und siehst, welche Keywords ihm Traffic bringen. Suchvolumen-Schätzungen sind brauchbar, aber nicht exakt.

Jungle Scout (Keyword Scout): Ähnliche Funktionalität wie Helium 10, mit leicht anderer Datenbasis. Keyword Scout bietet Reverse-ASIN-Lookup und Keyword-Generierung. Die Suchvolumen-Daten basieren auf einem eigenen Modell und weichen teilweise von Helium 10 ab. Für die meisten Seller reicht ein Tool, beide liefern vergleichbare Ergebnisse.

Ahrefs: Primär ein Google-SEO-Tool, aber die Amazon-Datenbank ist brauchbar für die Erstrecherche. Stärke: Ahrefs zeigt Keyword Difficulty und Suchvolumen-Trends, was bei der Priorisierung hilft. Schwäche: Die Amazon-Suchvolumen sind weniger granular als bei Helium 10 oder Jungle Scout. Gut als Ergänzung, nicht als Haupttool.

Amazons eigener Brand Analytics: Kostenlos, echte Daten, aber ohne absolute Suchvolumina. Für Seller mit Brand Registry sollte Brand Analytics immer die Grundlage sein, ergänzt durch ein externes Tool für Suchvolumen-Schätzungen.

Keywords bewerten: Relevanz, Suchvolumen, Kaufintention

Eine Liste mit 200 Keywords ist wertlos, wenn du sie nicht priorisierst. Drei Kriterien entscheiden, welche Keywords in dein Listing gehören:

Relevanz: Passt das Keyword exakt zu deinem Produkt? "Küchenwaage" ist relevant, wenn du eine Küchenwaage verkaufst. "Briefwaage" könnte theoretisch auch passen, aber die Kunden, die "Briefwaage" suchen, wollen etwas anderes. Irrelevante Keywords bringen Impressionen, aber keine Conversions, und schlechte Conversion Rates schaden deinem Ranking.

Suchvolumen: Wie oft wird das Keyword monatlich gesucht? Hohe Suchvolumina bedeuten mehr potenziellen Traffic, aber auch mehr Wettbewerb. Die Balance finden: 2 bis 3 High-Volume-Keywords als Hauptziele, 5 bis 10 Mid-Volume-Keywords als sekundäre Ziele, und 10 bis 20 Long-Tail-Keywords für die Nischen-Abdeckung.

Kaufintention: Nicht jedes Keyword mit hohem Suchvolumen ist ein gutes Keyword. "Küchenwaage" hat hohes Volumen, aber die Intention ist breit (informativ + kaufbereit). "Küchenwaage digital grammgenau edelstahl" hat weniger Volumen, aber die Kaufintention ist glasklar. Für PPC-Kampagnen sind High-Intent-Keywords oft profitabler als High-Volume-Keywords.

Wettbewerb: Wie stark sind die aktuellen Top-Ergebnisse? Wenn die ersten drei Positionen von Listings mit tausenden Bewertungen und perfekten Bildern besetzt sind, brauchst du mehr Budget und besseren Content, um dort reinzukommen. In weniger umkämpften Keyword-Nischen kann ein neues Listing schneller ranken.

Long-Tail Keywords: Die unterschätzte Chance

Long-Tail Keywords sind längere, spezifischere Suchphrasen. "Küchenwaage" ist ein Short-Tail-Keyword. "Küchenwaage digital mit timer und tara funktion" ist ein Long-Tail-Keyword.

Warum Long-Tail wichtig ist: Einzeln haben Long-Tail-Keywords wenig Suchvolumen (oft unter 100 pro Monat). In der Summe machen sie aber einen erheblichen Anteil des gesamten Suchverkehrs aus. Und: Die Conversion Rate bei Long-Tail-Keywords ist deutlich höher, weil die Suchintention spezifischer ist. Ein Kunde, der "küchenwaage digital mit timer" sucht, weiß genau, was er will.

Wo du Long-Tail-Keywords platzierst: Im Titel hast du Platz für 1 bis 2 Long-Tail-Varianten. In den Bullet Points kannst du weitere einbauen. Backend Keywords sind ideal für Long-Tail-Begriffe, die nicht natürlich in den sichtbaren Text passen. Die Summe vieler Long-Tail-Keywords in deinem Listing macht den Unterschied.

Long-Tail für PPC: In PPC-Kampagnen sind Long-Tail-Keywords oft günstiger (niedrigerer CPC) und profitabler (höhere Conversion Rate). Exact-Match-Kampagnen mit Long-Tail-Keywords sind ein Geheimtipp für effizienten Anzeigeneinsatz.

Keywords in dein Listing einbauen: Wo und wie

Die besten Keywords nützen nichts, wenn sie falsch platziert sind. Amazon gewichtet Keywords je nach Position unterschiedlich.

Titel (höchste Gewichtung): Dein wichtigstes Keyword gehört an den Anfang des Titels. Das zweitwichtigste folgt danach. Der Titel ist das Feld mit dem stärksten Ranking-Signal. Keywords hier sind am wirkungsvollsten.

Bullet Points (hohe Gewichtung): Jeder Bullet Point sollte mindestens ein relevantes Keyword enthalten. Natürlich eingebaut, nicht gestopft. Die Kunst: Keywords integrieren, die gleichzeitig den Kunden überzeugen. "PRÄZISE DIGITAL-KÜCHENWAAGE: Misst auf 0,1g genau" verbindet Keyword und Benefit.

Produktbeschreibung (mittlere Gewichtung): Wird indexiert, auch wenn A+ Content aktiv ist. Nutze die Beschreibung für Keywords, die in Titel und Bullets keinen Platz hatten.

Backend Keywords (gleiche Gewichtung wie sichtbarer Text): 249 Bytes für Synonyme, Schreibvarianten und Long-Tail-Begriffe. Kein Duplikat von Keywords, die bereits im Titel oder in den Bullets stehen.

A+ Content (wird NICHT indexiert): Text in A+ Content Modulen wird von Amazon nicht für die Suche indexiert. Platziere dort keine Keywords, die du nirgendwo sonst untergebracht hast. A+ Content ist für Conversion, nicht für SEO.

Wie du jedes Element deines Listings mit diesen Keywords optimierst, zeigt der Amazon Listing Optimieren Guide im Detail.

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Levi Jäger
Co-Founder & Head of Performance